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Mentaler Sieg beim IRONMAN 70.3: Michelle Alferink trotzt heftigen Krämpfen und erreicht das Ziel

Manchmal läuft ein Wettkampf genau nach Plan. Und manchmal zwingt der Körper einen dazu, unterwegs einen neuen zu entwickeln. Genau das erlebte Michelle Alferink vom SuS Stadtlohn beim IRONMAN 70.3 Duisburg. Trotz heftiger Krämpfe kämpfte sie sich ins Ziel – und feierte dabei nach eigener Aussage den bislang größten mentalen Sieg ihrer sportlichen Laufbahn.

Der Wettkampf über 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen begann nahezu perfekt. Alferink absolvierte die Schwimmstrecke in weniger als 30 Minuten und blieb damit bereits zum zweiten Mal unter der für sie magischen 30-Minuten-Marke.

Auch auf dem Rad fühlte sie sich stark. Als fünfte Frau erreichte sie die Wechselzone. „Es fühlte sich überhaupt nicht danach an, als würde ich zu viel investieren. Ich hätte gefühlt noch eine weitere Runde fahren können“, blickt sie zurück.

Doch bereits auf dem ersten Laufkilometer änderte sich die Situation schlagartig: Ihre Oberschenkelmuskulatur begann unkontrolliert zu zucken und drohte vollständig zu verkrampfen. Die ursprünglich geplante Laufzeit war damit nicht mehr zu erreichen. Aus dem erhofften schnellen Halbmarathon wurde eine lange Verhandlung mit dem eigenen Körper.

„Meine Muskeln wollten Feierabend machen – ich aber nicht“, erzählt Alferink. Ihre klare Ansage an den eigenen Körper: „Ihr dürft jammern und zucken, aber vor Kilometer 21 wird hier auf keinen Fall komplett zugemacht.“ Sie passte ihren Laufstil an und ging die Brücken hinauf und hinunter, um die Muskulatur nicht zusätzlich zu belasten. Einige Konkurrentinnen musste sie ziehen lassen. Doch Zeiten und Platzierungen waren in diesem Moment zweitrangig geworden. Das Ziel war jetzt das Ziel.

Von diesem Moment war vor allem mentale Stärke gefragt. Alferink konzentrierte sich nicht auf die noch vor ihren liegenden Kilometer, sondern auf jeden einzelnen Schritt. Sie akzeptierte, dass Plan A nicht mehr funktionieren würde, ließ den Gedanken ans Aufgeben aber nicht zu und entwickelte während des Rennens ihren eigenen Plan B.

Trotz anhaltender Krämpfe erreichte Alferink nach weniger als fünf Stunden das Ziel. Damit belegte sie Platz neun in ihrer Altersklasse und Rang 38 von 512 Frauen insgesamt. Ihr größter Erfolg an diesem Tag war jedoch der mentale Sieg: „Nicht die geplante Zeit hat gewonnen, sondern der Kopf.“ Doch auch dieser Erfolg war Teamarbeit. Kraft und Rückhalt gaben ihr ihre Familie, die sie auch in Duisburg wieder unterstützte, sowie ihre Trainingskollegen. Im Ziel überwogen deshalb Stolz und Dankbarkeit. Plan B hat funktioniert – beim nächsten Rennen darf es trotzdem gerne wieder Plan A sein.

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Michelle Alferink meistert Ironman 70.3 Weltmeisterschaft in Marbella

Als die Sonne über dem Mittelmeer aufging und das Feuerwerk über Marbella den Himmel erleuchtete, wurde es für Michelle Alferink vom SuS Stadtlohn Triathlon plötzlich ganz real. Schon in diesem Moment – als die bunten Lichter über dem Meer explodierten und der Morgenhimmel in Farbe getaucht war – spürte sie den ersten emotionalen Höhepunkt dieses Tages. „Da wurde mir klar, dass ich hier nicht als Zuschauerin bei der Weltmeisterschaft bin, sondern wirklich selbst starte“, erinnert sich die 42-Jährige. „Die Nervosität war riesig.“

Der Startschuss fiel bei 17,5 Grad Wassertemperatur – Strandstart ins offene Meer. Die Bedingungen waren nicht einfach: kein starker Wellengang, aber deutlich unruhiger als erwartet. „Lange Züge waren kaum möglich, also musste ich auf kürzere Armzüge umstellen und mit Wasserball-Kraul für Orientierung sorgen“, so Alferink. „Wichtig war, die Atemseite klug zu wählen, um möglichst wenig Meerwasser zu schlucken.“ Das gelang ihr eindrucksvoll: Michelle Alferink zeigte ein starkes Schwimmen und erreichte die fünftbeste Schwimmzeit in ihrer Altersklasse – ein perfekter Start in den Wettkampftag.

Der Wechsel erfolgte ungewohnt – mit zwei getrennten Wechselzonen. „Nach dem Schwimmen mussten wir erst unseren Radbeutel holen, uns dort umziehen und dann erst zum Rad laufen“, erklärt sie. „Das war anders als sonst, aber die Stimmung war unglaublich. Schon da hatte ich meinen zweiten emotionalen Moment – die Zuschauer haben uns förmlich ins Rennen getragen.“

Dann begann der härteste Teil des Rennens: die 90 Kilometer lange Radstrecke mit fast 1.800 Höhenmetern – berüchtigt als eine der anspruchsvollsten im Triathlon. Nach wenigen Kilometern führte der Kurs hinauf ins malerische Hinterland über Ojén bis Monda und Coín, gespickt mit steilen Anstiegen und technischen Abfahrten. „Es war extrem windig, man musste aufpassen, nicht vom Rad geweht zu werden. Einige Athletinnen stürzten. Ich habe versucht, sicher zu fahren und trotzdem Tempo zu halten, ohne alle Körner zu verlieren.“

In der zweiten Wechselzone, diesmal in einer Tiefgarage, spürte Alferink die Belastung: „Die Beine waren schwerer als erhofft, der Rücken machte sich bemerkbar. Also kurz dehnen, einmal tief durchatmen und dann so gut es geht die Kräfte für den Lauf einteilen.“

Beim anschließenden Halbmarathon wurde es noch einmal richtig hart. „Die Strecke war alles andere als flach – immer wieder kurze, steile Abschnitte, dazu die Hitze. Durch das ständige Auf und Ab kam man kaum in einen gleichmäßigen Laufrhythmus, was die Muskulatur zusätzlich belastete. Die Beine mussten ständig neu arbeiten – bergauf mehr Kraft, bergab mehr Stabilität – und genau das machte es muskulär richtig schwierig.“

Von hier an trugen mich nur noch der Wille und die Emotionen – getragen von einer Gänsehaut-Stimmung, die man kaum in Worte fassen kann. Die Strecke bebte vor Energie, das Publikum jubelte jeden Einzelnen nach vorne. „Die Zuschauer waren einfach unglaublich, sie haben uns mit jeder Runde weitergetragen“, erzählt Michelle Alferink. „Und dann dieser Moment – als ich meinen Mann, meine Tochter, meine Freundin, meinen Schwiegervater und einen Freund sah, der schon ein paar Tage vorher nach Marbella gereist war, um mich zu unterstützen – da war es vorbei mit der Kontrolle. Gänsehaut, Emotionen, pure Dankbarkeit. Ich war einfach überwältigt – dankbar, dass ich das erleben darf.“

Als Michelle Alferink nach der zweiten Laufrunde ins Ziel einlief, brachen alle Emotionen heraus. Tränen liefen über ihr Gesicht – Tränen aus Freude, Erleichterung und purem Stolz. „Ich habe es geschafft – ich war bei der Weltmeisterschaft, und ich habe sie gefinisht.“ Mit dem 24. Platz in ihrer Altersklasse, in der insgesamt 307 Athletinnen an den Start gingen, und dem 388. Platz von insgesamt 2.234 Starterinnen und Startern setzte sie ein starkes Zeichen – bei einem Rennen, in dem sich die besten Triathletinnen der Welt messen, darunter auch Vollprofis. „Ich bin einfach stolz und glücklich, diesen Tag so erlebt  zu haben. Das Ergebnis zeigt mir, dass sich all die harte Arbeit, die Disziplin und die Leidenschaft gelohnt haben.“

„Ich bin stolz, so viele tolle Freunde an meiner Seite zu haben – und auf meine großartige Trainingsgruppe, mit der ich über Monate hart gearbeitet habe. Besonders dankbar bin ich meinem Mann und meiner Tochter, die immer hinter mir stehen und mich bei allem unterstützen. Ohne diesen Rückhalt wäre das alles nicht möglich gewesen. Dieses Rennen zeigt einmal mehr: Triathlon ist kein Einzelsport, sondern Teamarbeit – auch wenn man allein auf der Strecke steht.“

Die Strecke von Marbella vereinte mediterranes Flair mit sportlicher Härte – ein perfekter Mix aus Emotion, Kulisse und Herausforderung. „Es war alles dabei – Nervosität, Kampf, Freude, Dankbarkeit und pure Gänsehaut. Ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde.“